Donnerstag, 7. Oktober 2010

Review #2: W.A.S.P. - Crimson Idol (german and short english)

Als erstes ein paar Lieder / At first a few songs











Folgendes Review habe ich 2007 anlässlich der Crimson-Idol-Tour für ein kleines Metal-Forum geschrieben und möchte es der Welt nicht vorenthalten


Die Scheibe hat zwar schon 15 Jahre auf dem Buckel, aber dieses Juiläum samt Tour verdient es meiner Meinung nach, mit einer CD-Kritik bei Igel Metal gewürdigt zu werden.

Beginnen wir mit der Hintergrundgeschichte, die trotz kleiner Schrift ganze 3 Seiten des Booklets für sich beansprucht. Erzählt wird die Geschichte des anfangs noch sehr jungen Jonathan Aaron Steel, der erst seinen Bruder verliert, dann seine Eltern verlässt, um in der Stadt berühmt zu werden, dies auch schafft, allerdings sein Leben durch Drogen, Frauen und andere typische Rockstar-Laster zerstört. Letztendlich besinnt er sich, doch da ist es bereits zu spät. Jedes Lied der CD ist die musikalische Aufbereitung eines Abschnittes dieser Geschichte, so erfährt man in „The Titanic Overture“ von seinen Zweifeln während der Puertät, die man allerdings selbst heraushören muss, da, aus welchen Gründen auch immer, der Text zu diesem Lied nicht im Booklet niedergeschrieben steht.

Legt man die Scheibe ein, bekommt man als erstes einen sehr ruhigen Akustikgitarrenpart zu hören, der „The Titanic Overture“ sowohl ein- als auch ausleitet. Während dieser beiden Szenen erzählt Blackie als Jonathan von seinen Zweifeln. Der Mittelteil besteht aus einem reinen Instrumentalteil, der knapp die Hälfte der Spielzeit für sich beansprucht, schnell gehalten ist und eine E-Gitarre statt Akustikgitarre aufweist. Auch ist er mit Keyboardklängen unterlegt.

Nach diesen ersten 3:23 Minuten erfährt man in „The Invisible Boy“, wie Jonathan seinem Vater vorwirft, ihn nicht zu beachten und zu fragen, ob er nicht ein ungewolltes Kind sei, im Gegensatz zu seinem Bruder. Passend zum Thema „Streit“ ist dieser Song schnell und laut gehalten. Der, wiederrum instrumentale, Mittelpart in hoher Geschwind mit Gitarrensolo lädt geradezu dazu ein, sich die nächstbeste Luftgitarre zu greifen. Gegen Ende die plötzliche Depression Jonathans, es wird leise, die bekannte Akusikgitarre aus „The Titanic Overture“ setzt ein und man hört zum ersten mal die beiden Sätze „Is there no love to shelter me? Only love, love sets me free“, die man in vielen Liedern leicht verändert wiederfinden wird und die Gemütslage des Protagonisten verdeutlichen.

Mittlerweile ist Johnathan von zu Hause ausgezogen, hat sich seine Gitarre gekauft und seinen über alles geliebten Brudre verloren. Angekommen in der großen Stadt, der „Arena Of Pleasure“, wird es für den Hörer wieder schneller, lauter, wie im eben gehörten „The Invisible Boy“. Der Aufbau beider Stücke ist eigentlich fast identisch, auch wenn dieses mal der leise Schlusspart nicht niedergeschlagen, sondern eher verführerisch ist.

Nun hat Jonathan also jemanden gefunden, der mit ihm eine CD aufnehmen will. Sein Name ist Charlie, „Chainsaw Charlie“. Um seinen Spitznamen zu verdeutlichen, beginnt „Chainsaw Charlie“ mit dem Geräusch von Kettensägen, gefolgt von einem Gitarrenintro und einem schnellen Hauptteil. Das komplette Ausbleiben leiser oder langsamer Abschnitte ist hierbei erwähnenswert.

Nach 22:30 Minuten trifft eine Zigeunerin den noch jungen Herrn Steel, oder auf Englisch: „The Gipsy meets the Boy“. In dieser größtenteils als Ballade verarbeiteten Situation hört man den Hauptdarsteller richtig danach flehen, der „Crimson Idol“ zu werden. Nachdem er nach Hilfe bettelt, wird es immer lauter bis letztendlich alles abflacht und nur noch „I just wanna be the Crimson Idol“ zu hören ist.

Passend zum Facettenreichtum dieses Albums kommt nun mit „Docter Rockter“ eine rockige Nummer, die perfekt den geschafften Aufstieg zum Rockstar und die Drogenexzesse in Ton bannt und mit Klassikern wie „Animal (Fuck like a Beast)“ zu vergleichen ist.

Weiter geht’s mit „I am One“, einer vermeindlichen Liveaufnahme von Jonathans Band mit Fangesängen, sehr schnell gespielt und teils mehrstimmigem Gesang. Gespielt wird ohne große Veränderungen durchgängig auf konstantem Level. Textlich ist festzuhalten, dass man auf Grund von Überheblichkeit und Selbstverliebtheit den weiteren Verlauf der Geschichte erahnen kann.

Nun zu einem, zumindest meiner Meinung nach, Meisterwerk. „The Idol“ beginnt mit einer Sprechszene zwischen Jonathan und seinem Manager Alex Rodman. Nach diesem Dialog setzt eine Akustikgitarre ein, gefolgt von Blackies sehr emotionalem Gesang über die Selbstzerstörung eines Helden, der mittlerweile wieder nach Geborgenheit sucht, allerdings vergeblich, und im goldenen Käfig durchdreht. Besonders das recht hohe E-Gitarrenspiel, das kurzfristig den Gesang ablöst, verstärkt die Wirkung noch um ein Vielfaches. Selbst nach Erklingen des Gesanges setzt dieses nicht völlig aus und harmoniert perfekt mit sämtlichen Klängen, die einen erreichen. Zum Schluss hört man noch einmal die jubelnde Menge des Konzertes aus „I am one“.

Eine weitere Ballade ist „Hold on to my Heart“. Auf Basis von Einsamkeit geschrieben, ist der Text ein Hilferuf Jonathans gegen die Vereinsamung und den Seelenschmerz, den der Ruhm und die Exzesse mit sich gebracht haben. Das sehr ruhige Stück kommt ohne musikalische Überraschungen aus und setzt das Thema so um, dass es den aufmerksamen Hörer fesselt, ohne aufdringlich zu sein. Alles in allem eine weitere fantastische Ballade.

Das Finale des Albums ist „The Great Misconceptions of Me“. Was als Ballade beginnt, gewinnt schnell an Fahrt, was sich nach einer weiteren ruhigen Einlage wiederholt. Es ist ein glungener Ebschluss des Albums, der noch einmal alles enthält, was die die CD ausgemacht hat. Mit knapp 10 Minuten wird „The Great Misconceptions of Me“ niemals langweilig, da es das abwechselungsreichste Stück der „Crimson Idol“ ist. Auch die Textpassagen harmonieren perfekt mit der musikalischen Untermalung. Der Text bereitet alles bisher „angefangene“ ein letztes mal auf, um alles auf einen Nenner zu bringen: Jonathans Suizid, nachdem er sein größtes Ziel, die Akzeptanz seiner Eltern, nicht erreicht hat.


Fazit: Eine CD, die zu Recht als eine der besten Metal-CDs in die Geschichte eingegangen ist. Sie sollte bei jedem im Regal stehen, da es ein echtes Erlebnis ist, sie anzuhören.

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One of the best concepts-albums ever. the story is amazing, the music even better. Chainsaw Charly, The Idol and Great Misc. of me are 3 of the best songs ever writen by the band. Charlie and Idol are played at nearly every show and are amazing. If you don't have this masterpiece, go buy it

Kommentare:

  1. Would you be able to post a translation too? The music is nice!

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  2. @Wizard: Of course. But as mentioned, my english isn't the best after a long period of works without any contact to foreigners. i'm gonna read some english books in the next weeks (brave new world, hitchhiker etc) and then i should be able to translate every post

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  3. I'm going to see them in a few weeks ! Thanks for your review

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  4. Where are you going to see them? I'll be in Burglengenfeld

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